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Studieren und Wohnen in Zeiten der Wohnungsnot

Nicht einmal zehn Prozent aller Studierenden konnten einen Platz in einem Studierendenwohnheim ergattern. Die meisten Studierenden suchen auf dem freien Markt nach bezahlbarem Wohnraum. Beim GEW-Seminar für Studierende möchten wir erfahren, wie die Wohnsituation für Studierende aussieht, Konzepte zur Bekämpfung der Wohnungsnot diskutieren und politisch Verantwortliche nach Lösungsvorschlägen fragen.

Knapp zehn Prozent aller Studierenden haben das Glück, in einem Studierendenwohnheim einen Platz ergattert zu haben. Die meisten Studierenden suchen jedoch auf dem freien Wohnungsmarkt eine Unterkunft in Konkurrenz mit anderen, für die im niedrigen Preis­segment ohnehin viel zu wenig Wohnungen zur Verfügung stehen. Ein typisches WG-Zim­mer für Studierende kostet in München im Schnitt 554 Euro pro Monat, in Magdeburg und Greifswald hingegen nur knapp 250 Euro. Für Studierende ist die Wahl des Studienortes zu einer Frage des Geldes geworden.

Zugleich sind Studierende auch selbst Teil des Verdrängungsprozesses in den Innenstädten. Denn Studierende sind aus der Sicht von Investor*innen profitable Mieter*innen. Ihre Mietdauer ist relativ kurz, häufigere Mietwechsel ermöglicht mehr Mietsteigerungen.

Mangel an bezahlbaren Wohnungen vor dem Hintergrund nahezu ungebremster Boden- und Mietspekulationen ist zu einem der wichtigsten Fragen sozialer Gerechtigkeit ge­worden und gehört damit zu den gesellschaftspolitischen Kernanliegen von Gewerkschaf­ten. Und wie das Beispiel der Studierenden zeigt, ist bei der Suche nach Lösungen solida­risches Engagement das höchste Gebot.

Wir wollen in unserem dreitägigen Online-Seminar einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen von Mietensteigerung, Verdrängung und Gentrifizierung schaffen und danach fragen, welche Faktoren diese Prozesse beschleunigen, um so in einem weiteren Schritt die konkrete Wohnsituation von Studierenden in diesen allgemeinen Prozessen verorten zu können. In einem zweiten Schritt werden wir uns mit lokalen Initiativen vertraut machen, die sich gegen die Wohnungsnot wehren. Mit einem politischen „Frühschoppen“-Gespräch werden wir den Schlusspunkt unseres Seminares setzen und insbesondere nach den Perspektiven einer Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne in Berlin (und anderswo) fragen.

Das Seminar wird unterstützt aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundesministe­riums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom Bildungs- und För­derungswerk der GEW. Die Teilnahme ist kostenfrei.

https://www.gew.de/veranstaltungen/detailseite/studieren-und-wohnen-in-zeiten-der-wohnungsnot

Beginn: 03.12.2021, 17:00 Uhr

Ende: 05.12.2021, 14:30 Uhr

Veranstaltungsort: Online

Teilnahmebeitrag: kostenfrei

Anmeldeschluss: 30.11.2021
 

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