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Deutsche Annington...

... geht an die Börse - ehemaliger Konzernsprecher wird Pressesprecher von Peer Steinbrück

Die Immobilien-Heuschrecken Deutsche Annington, mit knapp 200.000 Wohnungen Deutschlands größter privater Vermieter hat jetzt den Börsengang des Konzerns Anfang Juli 2013 angekündet.

Am 3. Juli soll der Startschuss an der Frankfurter Börse fallen. Organisiert wird der Börsengang von den Investmentbanken J.P. Morgan und Morgan Stanley - zwei Namen, geeignet, nicht nur dem braven Bürger Angst und Schrecken einzujagen.

Es wird ein Millionengeschäft werden, vor allem für die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe,  die aus dem Geschäft der Annington an der Börse 700 Millionen Euro abkassieren wollen, nachdem sie dem Unternehmen bereits in der Vergangenheit Schulden in Milliardenhöhe aufgehalst hatten. Dem Unternehmen selbst sollen 400 Millionen Euro zufließen, mit denen die Schulden zu einem kleinen Teil abgebaut werden sollen.

Künftig werden also Börsenkurse und Dividendenausschüttungen die Interessen des Unternehmens bestimmen. Zumindest sei bereits im nächsten Jahr eine Dividendenausschüttung an die künftigen Aktionäre eingeplant. Wie viel dann noch für die Instandhaltung einzelner Immobilien übrig bleiben wird, muss sich zeigen. Zu befürchten ist jedenfalls, dass sich der Börsengang für die Mieter der Annington nicht unbedingt positiv auswirken wird.

Für Annington-Geschädigte die Facebookseite „Deutsche Annington – Aufstand der Mieter“ und http://www.mieter-contra-annington.de/

Seinen Konzernsprecher hat die milliardenschwere Heuschrecke ohnehin derzeit ausgeliehen. Rolf Kleine, seit Anfang 2012 zuständiger Pressesprecher des Konzerns, ist seit einigen Wochen neuer Pressesprecher des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Eine interessante Konstellation bei einer künftigen Regierungsbeteiligung der SPD, wenn ausgerechnet bei der Partei, die die Begrenzung der Neuvermietungsmieten zum Wahlkampfthema gemacht hat, der größte deutsche Privatvermieter seinen Lobbyisten direkt neben dem Kanzlerzimmer untergebracht weiß. Aber so  sicher scheint wohl für Rolf Kleine eine Regierungsbeteiligung seines derzeitigen Brötchengebers nicht: er wurde von der Annington für seine neue Tätigkeit lediglich freigestellt.

Einige Darmstädter Anningtonmieter hatten Kleine als Konzernvertreter bei einer von Brigitte Zypriess organisierten Veranstaltung im Oktober letzten Jahres am Pupinweg in Aktion erlebt

http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Annington-Mieter-lassen-Dampf-ab;art1231,3365174